• 00banner.jpg
  • 01ballon.jpg
  • 02orgel.jpg
  • 03sakristei.jpg
  • 04blick.jpg
  • 05heiliggeistloch.jpg
  • 06altar.jpg
  • 07taufe.jpg

Liebe Gemeindeglieder und Freunde unserer Kirche!

SchneeglöckchenWelcher Mut gehört dazu, sich durch den Schnee zu wagen, durch Eis und Kälte und Dunkelheit, ohne zu wissen, was mich dort oben erwartet. Den Schneeglöckchen, die jedes Jahr unseren Pfarrgarten bevölkern und unsere Augen und Herzen erfreuen, ist dieser Mut in die Wiege gelegt. Sie haben eine Art Frostschutzmittel in ihren Zellen, das diese vor dem Erfrieren schützt, denn sonst würde das Wasser bei Minusgraden alles zersprengen. Die Schneeglöckchen müssen für diesen Frostschutz sehr viel Energie aufbringen, aber sie bekommen auch viel geschenkt für ihren vorzeitigen Mut: Sonnenstrahlen. Wenig später schon haben die Laubbäume ihre Blätter gebildet und lassen nur noch wenig Licht zur Erde durch. Aber die ganz Frühen, die können sich bis an den Rand volltanken mit den hellen Strahlen, die Leben bedeuten.

Uns Menschen ist oft anderes mitgegeben:Abwarten! Damit sind wir in unserer Geschichte, zu der auch der Kampf mit Tigern und Bären und Löwen und feindlichen Stämmen gehörte, ganz gut gefahren. Jetzt aber wird dies Vielen zur Qual. Wenn die Bedrohungen so gar nicht enden wollen und die Beschränkungen und die Isolation. Da gewinnt die Ungeduld gegen das Warten die Oberhand. Endlich wieder etwas tun können! Endlich wieder Menschen treffen und schwatzen und umarmen und zusammen essen und trinken und lachen und noch ganz viel mehr…  „Wenn wir jetzt den Schnee in die Schale in der Kirche legen, dann ist er zu meiner Taufe Wasser“, so sagte mir neulich ein Kind. Ich weiß, dass es sonst keine zwei Minuten warten kann, wie alle anderen Kinder auch. Aber der Clou war: Es hat im Jetzt schon das Morgen sehen können! Und das macht auch Kälte und Frost erträglich. Im Schnee sind schon die Taufe und das Fest und das neue Kleidchen und die Geschenke zu sehen, wenn ich richtig hingucke. Mit Herz und Verstand! Ein Schneeglöckchen-Blick. Im Samenkorn, das in die Erde fällt und stirbt, ist schon die neugeborene Pflanze zu sehen. Am Kreuz umstrahlt den sterbenden Christus schon das Licht von Ostern, von der Auferstehung. Diesen frühen Mut will unser himmlischer Vater uns einimpfen. Gegen alle Viren und noch mehr gegen alle Resignation und die Kälte und Betrübnis im Herzen. Mit diesem frühen Mut willigte Jesus in Wege ein, die schmerzhaft und abgrundtief traurig waren: Nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe. Auch, wenn ich ihn nicht verstehe.Auch, wenn ich die Zeit gerade nicht begreife und mir vieles anders wünschen würde.Aber ich glaube ganz fest, dass DU das Licht bist und dieses Licht mir scheinen will und wird. Den frühen Mut will uns Gott lehren.

Den Schneeglöckchen-Blick. Möge er uns zu einem gesegneten Osterfest führen!

Ihr Pfarrer Stephan Pecusa

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.