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Ausblick20Liebe Gemeindeglieder und Freunde unserer Kirche!

Ganz verschieden kann ich dieses Bild sehen. Als erstes dachte ich an ein Versteck. Ich will nicht entdeckt werden, möchte aber schauen, was da draußen passiert. Vielleicht ist es bedrohlich für mich und ich muss den rechten Augenblick abpassen, ehe ich mich zeigen und hervorwagen kann. Als zweites kam mir der umgekehrte Gedanke. Ausgesperrt. In der Schule ist mir das ein paar Mal passiert. Wenn ich Dummheiten gemacht hatte, dann stellte mich der Lehrer vor die Tür. Und ich schaute durchs Schlüsselloch, was drinnen vor sich ging.

Beide Situationen passen ganz gut in die Zeit. Versteckt und ausgesperrt. Ganz viel Angst spüre ich, weil so wenig nur von dem Virus greifbar und begreifbar ist. Und Angst legt ganz typische Reaktionen in uns frei, die wir als winzige Kinder schon erlernt haben. Manche verstecken sich, wollen niemanden sehen, kommen auch nicht in die Kirche oder zu Besuchen. Manche wollen es nicht wahrhaben: „Das ist doch alles nur eine große Verschwörung. Ich brauche keine Maske und keinen Abstand, mir kann das Virus nichts!“ Andere werden richtig krank an Leib und Seele und sind wie gelähmt in ihrem Tun. Und wieder andere werden aggressiv, die Nerven liegen blank und laute Worte und sogar Tätlichkeiten werden häufiger. Ich glaube, die Corona-Krise hat sich wie eine große Lupe auf uns Menschen gelegt. Was schon leise da war, wird lauter und deutlicher. Angst, Unsicherheit, Abwehr, Gewalt, Resignation… Und weil kaum einer weiß, was kommt, reden alle kräftig mit! Aber nicht von sich selbst, was klug und heilsam wäre, sondern von den anderen, von den Umständen, den Fehlern, der Politik und überhaupt. Ein Stimmengewirr, das zu nichts führt, außer zu noch mehr Unheil.

Wir haben als Christenmenschen das Zeichen der Ohnmacht im Mittelpunkt, mit dem wir uns schmücken: Das Kreuz. In der Taufe werden wir mit diesem Zeichen bekreuzigt, damit wir ganz früh spüren dürfen: Aus der Ohnmacht reicht uns der Christus seine Hand entgegen. Und wenn wir uns, wie jetzt in der Corona-Zeit, ohnmächtig fühlen und nicht recht weiterwissen, dann können wir diese Hand ergreifen. Um mit Gott gemeinsam weiter zu gehen. So geschützt, können wir, wie der Junge im Bild, einen Blick wagen auf das, was kommt. Und unsere Angst aushalten. Zurückschlagen und weglaufen trifft nur die anderen Menschen und hilft wenig. Gott suchen und seine Hand ergreifen wäre ein guter Weg durch die Krise und gegen die Einsamkeit.

Ihr Pfarrer Stephan Pecusa

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