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Liebe Gemeindeglieder und Freunde unserer Kirche!

Während wir an diesem Gemeindebrief arbeiten, wissen wir eigentlich gar nichts! Zumindest, was die Veranstaltungen betrifft.Was darf sein, was ist gut zu tun, was sollen oder müssen wir eher lassen? Verkriecht sich das Virus im Sommer, wie im vergangenen Jahr? Oder kommt es den Impfungen und vielen Test zum Trotz noch stärker wieder? Diese Unsicherheit, dieses Warten macht mürbe. In der Osterzeit aber sind wir aufgerufen, den Herrn zu suchen und seine Auferstehung in unser Leben hineinzunehmen. Und so versuche ich beständig, nicht immer dem großen Klagen zu erliegen, wie gut ich es auch verstehen kann. Nun ist Klagen ein guter Schutz gegen zu hohe Erwartungen und zu schwere Enttäuschungen.Von daher ein gar nicht so schlechter Brauch in Mitteldeutschland.Vielleicht aber ist ein anderer Blick, ein Osterblick, eine gute Möglichkeit, Gott zu begegnen, wo ich es nicht erwartet habe.Wie bei einem Gebet, in dem mir schon meine Worte oft schwer über die Lippen kommen. Gottes Antwort zu erwarten aber braucht noch viel mehr Geduld und Phantasie und ein Sehen und Hören, das auch um die Ecken kommt.

Im kalten April kam die Überraschung, wie lange mantitel0621che Blüten in diesem Jahr aushalten. Besonders die Tulpen in allen möglichen Farbvarianten. Einige haben sich daran erinnert, dass es früher einmal Briefe gab und das Schreiben und Lesen derselbigen einen ganz eigenen Wert bekommt. Und so flatterten wieder Briefe aus echtem Papier durch die Gemeinde. Und sogar Kindergemälde kamen mit der Post. Bücher wurden gelesen, die schon viele Jahre im Regal darauf gewartet hatten. Und einige haben mir erzählt, dass sie ihre Nachbarn kennengelernt haben, jetzt, wo Spanien und Italien schwer zu erreichen sind und nur Balkonien übrig bleibt. Und die Wander- und Fahrradwege in unserer Stadt waren so voll wie noch nie. Und selbst ich habe mich dort freiwillig hinbegeben, wo doch Bewegung eindeutig nicht mein zweiter Name ist. Und habe Menschen hinter Masken entdeckt und oft sogar erkannt. Und viele kleine Wunder in der Natur. Oder meine Frau brachte Bilder mit nach Hause, wenn ich doch wieder in einer unsäglichen Video-Konferenz festhängen musste. Unerwartete Freude am anderen Blick.Wie durch den Baumstumpf, der lange schon tot und gefallen ist. Und dennoch das Leben durch sich hindurch ziehen lässt. Ja, das Leben erst freigibt, weil er etwas von sich aufgeben konnte. Loslassen. So wurde der Baum Lebensraum für unzählige Tiere und ein Ort der Schönheit für magische Blicke in schweren Zeiten. Auch das ist Ostern. Eine Ermutigung für neue Blicke. Damit die Zeichen der Auferstehung durch unser Klagen und unsere Enttäuschung hindurchdringen. Und uns Hoffnung schenken. So sollen wir auf der Suche sein in diesen Tagen. Damit ER sich finden lässt und wir den Blick getrost erheben dürfen. Und die Herzen gleich mit.

Ihr Pfarrer Stephan Pecusa

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