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Liebe Gemeindeglieder und Freunde unserer Kirche!

BurriniUnterwegs, so könnte das Titelbild des Gemeindebriefes heißen. Die Geburt des Christus fand unterwegs statt, auf dem Weg. Mit allen Sorgen und Mühen und Schmerzen und mit allen Freuden und Glücksmomenten. Doch der Maler Burrini hat noch einen ganz anderen Weg im Sinn. Seine Menschen und Tiere mit dem Gotteskind irren durch eine Landschaft, die längst Vergangenes zeigt. Abgebrochene Säulen, ausgetretene Stufen, eine zerfallene Stadt, ohne Dach, ohne Schutz, Zeugnis eines längst verflogenen Glanzes. Und alle Augen irren umher, kein Blick trifft den anderen. Auf der Suche. Nach dem, was nicht mehr ist. Und nach dem, was noch nicht begonnen hat. Eine Zwischenzeit, die Gedanken und Gefühle oft ratlos zurücklässt. Die Mensch und Tier rastlos umherirren lässt. Unterwegs. Aus dem Nichtmehr in das Nochnicht. 

Manchmal ähneln sich die Zeiten und ihre Wenden. Das ausgehende Römische Reich, in das der Christus hineinwuchs und unsere Zeit, die an ihre Grenze gekommen ist. Die Schreckensbilder werden größer, genauso wie der Wunsch nach Sicherheit und Ordnung. Der Wunsch, festzuhalten, was mir lieb und teuer war, und das Gefühl, dass alles durch die Finger rinnt. Und die Coronakrise, die wir gerade durchleben, verstärkt all diese Erfahrungen. 

In solch eine Zeit ein Kind zu lieben und zu gebären ist Hoffnung und pure Angst zugleich. Und beides hat die Mutter Maria auf allen Wegen durchlebt und durchlitten. Keinen weltlichen Trost wusste ihr Sohn Jesus zu spenden. Diese Welt wird vergehen, wird zerbrechen mit großem Getöse und vielen Schrecken. Und genauso ist es gekommen. Und kommt es immer wieder. Die Blicke im Bild finden keinen Halt, keinen Ort, der sie birgt. Einzige Ermutigung sind die Hände des kleinen Kindes. So winzig sie auch sind, sie segnen. Die Anspielung ist unübersehbar: Diese Hände werden auch am Kreuz noch ausgestreckt segnen alle Welt und die zerrissene Windel wird einst das Leichentuch des Gottessohnes sein. Und dazu hören wir seine Worte: „In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“ Die Angst ist augenblicklich ganz deutlich spürbar in vielen Menschen unserer Gemeinde und unserer Stadt. Was uns Gott anbietet: Richtet euch nach meinem Segen aus. Sucht ihn, spürt ihm nach. In Gottes Wort, in der Gemeinschaft, in Liedern, im Gebet, im Lachen der Kinder, in den Tränen der Alten. Und schenkt ihn weiter. Dass es Weihnachten werde in unserer Stadt und wir gesegnet weiterziehen dürfen, egal, was kommen mag. Mit Christus können wir in alles hinein, aus allem heraus und durch alles hindurch gehen. 

Ihr Pfarrer Stephan Pecusa

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