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Liebe Gemeindeglieder und Freunde unserer Kirche!

Madonna im Wald Lizenz Antranias 2013 2022 webEin ungewöhnliches Bild. Die ehrwürdige Madonna mit dem Kinde und allen Zeichen der himmlischen Macht.Aber wir finden sie nicht an gewohntem Ort, einer alte Kirche mit Säulen und Gewölbe und dem Charme der angehaltenen Zeit in unserer rastlosen Welt. Nein, sie steht mitten in einem Wald. Zwischen Bäumen und frischem Grün. Sie ist ihres Schutzraumes beraubt und steht nun in Wind und Wetter. Das erste Moos hat die Falten des Kleides eingefärbt, nachdem das typische Blau-Rot längst schon abgewaschen ist. Um diese Maria mit dem Jesuskind zu finden, muss ich mich auf den Weg machen. Und ich weiß nicht, auf welchen. Irgendwo treffen mich die beiden, wenn ich es am wenigsten erwarte.Was Maria und die Bäume verbindet, ist die Zeitlosigkeit. Beim Spaziergang verliert die Uhr ihre Bedeutung. Und Träume und weite Gedanken und manchmal einfach nur Leere können in mich einziehen. Und all das verbindet sich mit dem Naheliegenden, das ich entdecken darf: Kastanien,Tannzapfen, einen alten Schuh, Pilzreste, einen abgestorbenen Zweig, Blätterberge, abenteuerliche Käfer und Gewürm, ein Reh, leises Rascheln, große Stille.Vielleicht muss auch Maria mit dem Gotteskind, muss die Weihnacht neu entdeckt werden, uns neu finden. Herauskommen aus unserer lauten Zeit und eindringen tief in die Gedanken und unser Fühlen. Der Schutzraum Kirche ist oft zu eng geworden und zu dicht. Dabei wollte das Kind doch bei allen Menschen ankommen.Als Geschenk und nicht als Geschenkeberg im Kaufrausch.Willkommen und Abschied, das kann ein Weg zum Kind sein. Loslassen und neu suchen lernen. Ohne Ziel, dafür mit all den Wünschen und Entbehrungen, die wir tief in uns verschlossen haben.

Willkommen und Abschied wagen wir auch in der Kirchengemeinde zur Weihnachtszeit. Die Pfarrstelle Delitzsch wird um die Hälfte gekürzt.Auch ein Zeichen dafür, dass unsere vertraute Kirche schwindet. Meine Arbeit wird nun zur Hälfte im Diakonischen Werk geschehen. Ich freue mich auf die neuen Aufgaben, auch, wenn vieles sich erst finden muss. Zugleich blicke ich mit Wehmut auf das Loslassen liebgewonnener und vertrauter Orte und Wege. Beides,Willkommen und Abschied, wird sich wohl erst erweisen, wenn es geschieht. Gutes wird sich eröffnen, Beschwerliches wird sich einstellen und Sackgassen und Fehlschläge werden nicht ausbleiben.Warum aber soll Maria mit dem Christus nicht im Walde stehen? Gott wird sich finden lassen, das ist die Botschaft zur Weihnacht. Und er wird uns finden, wo wir seiner bedürfen.Auf alles andere dürfen wir uns getrost und voller Neugier einlassen!

Ihr Pfarrer Stephan Pecusa

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