Andacht

Gott und die Welt

Tageslosung am Ostersonntag: „Christus spricht: Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.“ (Offenb. 1,18)

Liebe Gemeindeglieder und Freunde unserer Kirche!

Das ist ein wunderbares Wort für den Ostermorgen, das wie ein befreiendes Aufatmen wirkt. Wenn wir diesen Satz aus der Offenbarung hören, dann ist das weit mehr als eine historische Feststellung. Es ist die ultimative Entwarnung für unser Leben. Stellen Sie sich vor, Sie stehen vor einer verschlossenen Tür, es ist dunkel und Sie fühlen sich festgesetzt – in Sorgen um die Zukunft, in der Last des Alters oder in der Angst vor dem, was kommt. Doch mitten in diese Stille hinein klingt das befreiende Lachen des Ostermorgens.

blake sherman hpLZX3VpfYQ unsplash webChristus sagt nicht nur, dass er lebt; er sagt: „Ich habe die Schlüssel.“ Das bedeutet für uns alle – egal ob wir jung sind und voller Tatendrang in eine manchmal unsichere Welt blicken, oder ob wir auf ein langes Leben zurückschauen und die Endlichkeit spüren: Die Dunkelheit hatte ihre Chance, und sie hat verloren. Für die Jungen ist dies die Zusage, dass die Welt keinem blinden Schicksal ausgeliefert ist, sondern dass der, der das Leben selbst ist, die Wege ebnet. Für die Älteren ist es der Trost, dass der Tod seinen Schrecken verloren hat. Er ist kein Endpunkt mehr, sondern nur noch ein Durchgang, für den Christus den Schlüssel bereits in der Hand hält.

Dieses „Siehe!“, von dem der Text spricht, ist wie ein sanftes Antippen an die Schulter: Schau hin, es ist hell geworden! Wir feiern heute keinen fernen Helden aus alten Büchern, sondern einen lebendigen Begleiter, der verspricht, dass dort, wo wir nur Mauern sehen, er bereits Auswege geschaffen hat. Ostern heißt: Das Leben hat das letzte Wort, und die Tür zur Hoffnung steht sperrangelweit offen. Wir dürfen darauf vertrauen, dass es keine Dunkelheit gibt, die so tief ist, dass sein Licht sie nicht erreichen könnte.

In diesem Sinne: Ein gesegnetes und hoffnungsvolles Osterfest! … und hier noch ein herzlicher Segen für die Gemeinschaft am Ostertisch, der den Gedanken der Hoffnung und des Lichts aufgreift:

Guter Gott, wir danken dir für diesen Ostermorgen und für die Gemeinschaft, die wir hier erleben dürfen. Wir danken dir für das Essen auf unserem Tisch und für die Freude, die uns heute verbindet. Segne diese Gaben und stärke uns mit deiner lebendigen Kraft. So wie das Licht die Nacht vertrieben hat, so lass auch unsere Herzen hell werden. Erfülle unser Haus mit deinem Frieden und begleite uns durch diese Osterzeit – die Jungen mit Mut für ihren Weg und die Älteren mit der Ruhe deines Trostes. Bleibe bei uns und lass uns Boten deiner Hoffnung sein. Amen.

Ihr Prädikant Andreas Bechert